Effektiver Schutz gegen Mücken und Zecken

Warum jucken Mücken- aber keine Zeckenstiche?

Bei den Mücken sind vor allem die Weibchen die Blutsauger. Sie benötigen eine proteinreiche Ernährung für die Bildung und das Wachstum ihrer Eier. Angelockt werden sie von menschlichen Ausdünstungen wie Schweiß und das Kohlendioxid in der ausgeatmeten Luft. Hat eine Mücke gestochen dauert es meist nicht lange und die betroffene Stelle beginnt zu jucken. Es handelt sich bei dem Reiz um eine allergische Reaktion. Unser Immunsystem ist alarmiert und wehrt sich gegen die fremden Proteine im Mückenspeichel indem es Histamin ausschüttet. Dieses erweitert die Gefäße, der Stich schwillt an, rötet sich und beginnt zu jucken.

Der Stich selbst ist für den Menschen nicht zu spüren, da der Speichel der Mücke die Einstichstelle quasi betäubt. Die beste Sofortmaßnahme ist erst erhitzen und dann kühlen. Sogenannte elektronische Stichheiler werden einige Sekunden auf den Stich gedrückt und erhitzen die betroffene Hautstelle auf bis zu 50 Grad. Dadurch werden entzündungsfördernde Eiweißstoffe aus dem Insektenspeichel zerstört und die Histaminausschüttung reduziert. Eine anschließende Kühlung reduziert die Durchblutung und beschleunigt die Heilung.

Die bekannteste heimische Art der Zecken – ist der Gemeine Holzbock. Er wartet an Waldrändern, Wiesen und Büschen – an allem was bis zu 1,50 m hoch ist – und wartet bis er abgestreift wird. Erst am Körper sucht sich die Zecke eine geschützte und gut durchblutete Hautstelle um sich festzuklammern. Mit ihren scherenähnlichen Mundwerkzeugen reißt diese die Haut etwas auf und gräbt mit ihrem „Stechrüssel“ eine Grube ins Gewebe. Diese läuft daraufhin mit Blut voll und wird von der Zecke immer wieder abgesaugt. Auch dies spüren wir nicht, da die Zecke bereits beim Einstechen mit ihrem Speichel die Einstichstelle betäubt. Hat sich eine Zecke festgesetzt sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden. Hilfreich sind sogenannte Zeckenkarten, -pinzetten und -zangen. Wichtig ist, dass die Zecke möglichst hautnah gegriffen wird. Da Zecken stechen und kein Gewinde am Rüssel haben, sollten sie nicht gedreht sondern langsam hin und herbewegt und gehebelt werden. Die Einstichstelle mit einem Desinfektionsmittel betupfen und regelmäßig beobachten. Durch das zeitnahe Entfernen der Zecke kann eine Übertragung von Borrelien verhindert werden, zu dem gibt es keine Impfung gegen Borreliose. Anders sieht es bei den sogenannten FSME-Viren (Frühsommer-Meningoenzephalitis) aus. Diese können schon zu Beginn des Saugaktes übertragen werden. Eine Impfung gegen diese Viren übernehmen die Krankenkassen, wenn Sie aus einem ausgewiesenen FSME-Risikogebiet kommen. Aktuell stuft das RKI 169 Stadt- und Landkreise als diese ein, wobei immer mehr nördliche Gebiete dazukommen.

Sogenannte Repellents (Mückensprays) können hier im Vorfeld bereits Abhilfe schaffen. Sie legen sich, wie ein duftender Schutzfilm über Haut oder Kleidung und schrecken Stechmücken, Zecken und Bremsen gleichermaßen durch ihren Eigengeruch ab. Die Wirkung ist allerdings zeitlich begrenzt, da die Repellents nach einigen Stunden verdunstet sind. Auch Schwitzen, Luftfeuchtigkeit und Abrieb beeinflussen die Wirkdauer.

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Gut zu wissen!

Tipps gegen Mücken:

  • Tragen Sie helle und geschlossene Kleidung. Damit verhindern Sie, dass Mücken an ungeschützte Hautstellen gelangen.
  • Meiden Sie Umgebungen von stehenden Gewässern.
  • Verhindern Sie Brutstätten wie Regenwassertonnen, Wassereimer oder Gartenteiche ohne Fischbestand in Hausnähe.
  • Beachten Sie die Stechzeiten der Mücken (Dämmerung und nachts).
  • Achten Sie auf Hygiene, da Mücken von Körpergeruch angezogen werden.
  • Bringen Sie engmaschige Fliegengitter an Fenstern und Türen an.
  • Repellents vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
  • Kräuter wie Minze, Eukalyptus, Zitronenmelisse, Thymian, Basilikum, Rosmarin, Lavendel uvm. mögen Stechmücken gar nicht.

Tipps gegen Zecken:

  • Meiden Sie hohe Gräser, Unterholz oder Sträucher. Hier fühlen sich Zecken besonders wohl.
  • Tragen Sie helle geschlossene Kleidung (lange Hosen und Oberteile, geschlossene Schuhe)

Treten nach einem Mücken- oder Zeckenstich übermäßige Hautreaktionen oder gar Fieber auf, ist ein Arztbesuch wichtig. Das gilt auch, wenn sich nach einer Reise in die Tropen unklare Symptome einstellen.

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